LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[15.10.2018]

Nachdem wir uns beim WDR ob seiner einseitigen Darstellung des Steinkohlenbergbaus beklagt hatten, sind jetzt auch die - durchaus vorhandenen - bergbaukritischen Beiträge leicht über einen Link zu erreichen. Das Verhältnis der Anzahl der Beiträge wird dabei deutlich: sicher ungefähr 9:1. Aber es ist zumindest ein kleiner Erfolg.

"Bergbauseite des WDR" : https://www1.wdr.de/nachrichten/bergbau/index.html

Am 24. 10. wird ein Beitrag aus der Reihe "die Story" ausgestrahlt, zu dem wir Beiträge geliefert haben. Es bleibt abzuwarten, was der Redakteur daraus gemacht hat. Ankündigung des WDR unter https://www1.wdr.de/fernsehen/die-story/sendungen/glueckauf-und-vorbei100.html


[14.9.2018]

Endlich hat der aktive Abbau von Steinkohle in NRW ein Ende. Beide letzten Bergwerke in Ibbenbüren bzw. in Bottrop haben den normalen Abbaubetrieb eingestellt. Die Subventionen für dieses Jahr scheinen aufgebraucht zu sein und deshalb ist jetzt Schluss.

Aber: Bergbau geht - Folgen bleiben

Wir werden aktiv bleiben!


[12.9.2018]

120 Kumpel waren zur Festveranstaltung geladen - aber nur ein Bergbaukritiker aus NRW hat mit Schwierigkeiten Einlass bekommen. Peter Lehnert, Bergbaugegner "der ersten Stunde" aus dem Saarland, war als Bürgermeister aus dem kleinen Örtchen Nalbach als Kritiker der Jubel- und Tränenveranstaltung gekommen.

Die Redner waren sich einig. Der Bergbau war ein Segen für das Saarland, das Ruhrgebiet und Deutschland. Die große Lebensleistung der Bergleute wurde gerühmt, die Wertschöpfung des Bergbaus für Deutschland herausgestellt. Der Gewerkschaftsvertreter Vassiliadis sprach tatsächlich noch von einer Wertschöpfung durch Bergbau. (Zur Erinnerung: die IGBCE hat 2007, als das Ende des Bergbaus festgelegt wurde, einen 25%-Anteil an der Wohnungsbaugesellschaft vivawest erhalten und damit mal so locker ca. 1 Milliarde Euro verbucht - als Preis für ihre Zustimmung. Eine wahre Wertschöpfung, allerdings für die Gewerkschaft nicht für die Gesellschaft!)

Lediglich Tobis Hans, der Ministerpräsident aus dem Saarland, hat auf die Probleme des Grubenwasseranstiegs hingewiesen.

Fakt ist, dass

  • die Bergbauunternehmer schon 1955 nach Unterstützung durch den Staat riefen
  • der Bergbau seit 1958 keine Gewinne mehr erwirtschaftet hat
  • Unternehmer und Gewerkschaft seit den 70er Jahren gemeinsam gegen die Politik agitierten, um staatliche Unterstützung zu bekommen
  • in den 70er Jahren auch gerne mal mit Parolen wie "Gastarbeiter raus" auf die Straße gingen

Unterstützung wurde vielfach geleistet:

  • Übernahme der Sozialabgaben für Bergleute
  • Förderung von Kraftwerksbau für Steinkohleverfeuerung
  • Übernahme von Zinszahlungen, Kosten für Feierschichten, Bergmannsprämien, Frühverrentung (im Alter von 50 bis 55 Jahren)
  • direkte Förderzuschüsse
  • Kohlepfennig (bis zu 8,5%) als Zuschlag auf den Strompreis (von 1974 bis 1996, als diese Abgabe für verfassungswidrig erklärt wurde

Details kann man dem Anhang entnehmen.

Kölner Stadtanzeiger

 

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[29.8.2018]

Während aus der Steinkohle die erlösende Mitteilung kommt, dass in Ibbenbüren schon heute die Kohleförderung eingestellt wurde, gibt es aus der Braunkohle nur frustierende Neuigkeiten.

Die neue Autobahn A44n, die quer durch den Tagebau Garzweiler verläuft, ist heute frei gegeben worden. Die Autobahn ist ein Prestigeprojekt von RWE und wird nur deshalb nötig, weil der Tagebau demnächst die A61 "fressen" will. Statt geradeaus weiter ausfahren zu können, müssen die Autofahrer zwischen Mönchengladbach und Köln mal so eben einen Umweg machen. (Die alte A44 wurde auch schon abgebaggert, was Umwege von Düsseldorf nach Aachen nötig machte) Für den kurzfristigen Gewinn (??) von RWE müssen die Autofahrer auf alle Zeiten diesen Umweg über die A46 machen, denn es wird sicher keine neue A61n geben, die durch einen zukünftigen Tagebau führen würde. (Interessant wäre auch eine Abschätzung, wieviel CO2 durch diese Umwege jährlich zusätzlich in den Himmel gepustet werden.) Energiepolitische Gründe gibt es jedenfalls nicht.

Auch der Umgang mit möglichen Rodungen im Hambacher Forst kann nur frustieren. In Berlin sitzt die Kohlekommission, die über den weiteren Braunkohleabbau beraten soll, und gleichzeitig sollen wieder Fakten geschaffen werden, die nicht wieder gut zu machen sind.

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