LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.

[14.12.2017]

Das einzige im Ruhrgebiet noch fördernde Bergwerk ist die Zeche auf Prosper-Haniel. Jetzt sieht es so aus, als könnte dort noch vorzeitig das Aus drohen. Wie die örtliche Bürgerinitiative IBB Bottrop heraus gefunden hat, werden die durch den Rahmenbetriebsplan genehmigten Gesamtsenkungen überschritten. Damit dürfte kein weiterer Abbau mehr erfolgen.

MdL Wibke Brems von den GRÜNEN hat jetzt hierzu eine Kleine Anfrage gestellt. Es wird spannend, wie sich die Bergbehörde da wieder heraus winden wird!

[16.12.2017]

Durch die Große Anfrage der GRÜNEN im Landtag ist noch einmal das riesige Problem des Altbergbaus deutlich geworden. 227 km² des Ruhrgebiets sind betroffen. Kein Mensch in diesem Gebiet (aufgrund der Geologie überwiegend im südlichen Ruhrgebiet) kann sicher sein, ob er morgens noch aus dem Haus kommt oder vielleicht in einen über Nacht aufgetretenen "Tagesbruch" fallen kann.

Der aktuelle Fall der gestörten S-Bahn-Linie S6 im Essener Süden wurde jetzt auch kurz im Unterausschuss Bergbausicherheit behandelt. Presse und Fernsehen haben aber das allgemeine Problem weiter aufgegriffen.

[15.12.2017]

Wie bekannt hat RWE nach anfänglichem Widerstand schließlich der Veröffentlichung der Gutachten zu den Rückstellungen für Rekultivierung etc. zugestimmt. Die Gutachten sind über die Seite der Bezirksregierung Arnsberg abrufbar:

  • "Gutachten von Mining Technology Consulting
    Validierung und Prüfung der bergbaubedingten Rückstellungen für die Braunkohletagebaue, Altstandorte und Kraftwerksreststoffdeponien der RWE Power AG (ca. 44,2 MB)
  • Gutachten der RWTH Aachen
    zur Bewertung von langfristigen wasserwirtschaftlichen Maßnahmen im Rheinischen Revier (ca. 23,5 MB)
  • Gutachten der KPMG
    Vollständigkeit und Angemessenheit der bilanzierten bergbaubedingten Rückstellungen nach IFRS zum 31. Dezember 2016 (ca. 25,9 MB)"

Vertreter von KPMG, Prof. Tudeshki und Prof. Rüde standen jetzt im Unterausschuss Bergbausicherheit Rede und Antwort und erläuterten die Zusammenhänge. Wie erwartet wurden die Darstellungen von RWE voll bestätigt, 2,174 Milliarden Euro an Rückstellungen seien genau angemessen. Die Maßnahmen zur Rekultivierung (u.a. mit der Anlage der riesigen Restseen) würden zwar bis ins Jahr 2250 (!!!) reichen, von Ewigkeitskosten könne man da aber immer noch nicht reden. Unwägbarkeiten stecken natürlich in all diesen Prognosen, insbesondere weil zur Zeit ein großes Gutachten über die nach Ende des Bergbaus zu erwartenden Flurabstände (also die Tiefe des Grundwassers unter der Erdoberfläche) in Arbeit ist. Hier kann auch eine bergbauliche Veränderung vorliegen, für die dann RWE doch ewig einstehen müsste.

Wo die ca. 2 Milliarden Euro allerdings "versteckt" sind, wurde nicht klar. Deutlich wurde aber, dass die Bagger, Maschinen, Förderbänder etc. beim Ende des Tagebaus gerade mal soviel an Schrottwert zusammenbringen, wie die Demontage, Aufbereitung der Arbeitsflächen usw. kosten werden.

[7.12.2017]

Bürgerinnen und Bürger: Ihr könnt aufatmen. Eure ehemalige Landesmutti Hannelore Kraft, fällt nicht ins Bergfreie!

Der Bergbauunternehmer RAG hat sich erbarmt und der fast mittellosen und erwerbslosen Hannelore Kraft "Asyl" geboten. Dabei hat RAG  noch nicht einmal auf die Qualifikation der neuen Mitarbeiterin geachtet und sie unabhängig von jeglicher Qualifikation "eingestellt".

Hannelore Kraft wird neues Aufsichtsratsmitglied und löst damit den - auch so qualifizierten - Norbert Römer, den ewigen Fraktionsvorsitzenden der SPD im Landtag ab. (Zur Erinnerung: nach dem Wahldebakel wollte die SPD einen Neuaufgang mit neuen Köpfen - und wählt den alten Fraktionsvorsitzenden wieder zum neuen).

Zur Erinnerung: Hannelore Kraft hat als Ministerpräsidentin immer ein offenes Ohr für die Wünsche des Bergbauunternehmers gehabt. Bei ihrem denkwürdigen Auftritt zum Ende des BW West trat sie dann auch im Knappenkostüm auf. Tränen kullerten ihr über die Wangen. Nur für die Bergbaubetroffenen hat sie nie Zeit gehabt. Trotz mehrerer Versuche kam nie ein direktes Gespräch mit dem Landesverband zustande.

Böse Zungen behaupten, RAG bedanke sich mit dem lukrativen Posten im Aufsichtsrat für alte Gefälligkeiten und wolle weiterhin die vertrauensvolle Verbindung in die aktuelle Politik halten. Es ist ja auch nur ein weiterer Baustein nach Schröder, Wissmann, Pofalla, Müller etc., der bei uns Bürgerinnen und Bürgern ein Gefühl der Ohnmacht hinterlässt.

 

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