LVBB-NRW

Landesverband Bergbaubetroffener NRW e.V.


[17.4.2019]

Die Stadt Kamp-Lintfort freut sich zu recht über die Landesgartenschau, die heute genau in einem Jahr eröffnet wird (siehe nrz vom 13. 4.). Aber es ist eben auch nicht alles Gold, was glänzt.

Man braucht auch nicht darüber nachzudenken, was Kamp-Lintfort ohne Bergbau heute wäre - das ist Geschichte. Von daher ist es verständlich, wenn auf dem Gelände der LAGA auch des Bergbaus gedacht werden soll. Den Bergbau zu verherrlichen ist aber genauso wenig angebracht. Wer über das Gelände der LAGA ab 2020 laufen wird, ahnt wahrscheinlich nicht, dass er über eine Sondermülldeponie läuft. Unter dem Hügel des "Sicherungsbauwerks" liegt das Gift aus 100 Jahren Bergbaugeschichte. Auf ewig muss das verseuchte Grundwasser in der Umgebung abgepumpt und gereinigt werden.
Die Bürger aus Rheinberg haben sicher auch kein romantisch-verbrämtes Verhältnis zum Bergbau. Jahrelang haben sie unter Bergschäden, Erdbeben, Störungen an Stromversorgung und öffentlichen wie privaten Kanälen gelitten und sind dankbar, dass der Bergbau früher als ursprünglich vorgesehen beendet wurde.
Das sind Aspekte des Bergbaus die ehrlicherweise auch zu einem Gedenken an ihn gehören und im neuen Besucherzentrum präsentiert werden sollten. Aber vielleicht stört das auch zu sehr die "heile Welt des Kumpels". Es war doch alles soooo schön!


[9.4.2019]

Bei allen Problemen, die wir bei den Verhandlungen in den Schlichtungsstellen für Stein- bzw. Braunkohle in NTW haben, schätzen wir grundsätzlich die Arbeit positiv ein. Den Bürgerinnen und Bürgern wird eine (fast) kostenfreie Möglichkeit geboten, in Verhandlungen mit dem Bergbauunternehmer (RAG,RWE, EBV) vor einer neutralen Stelle zu treten.

Leider tun sich andere Unternehmer bzw. Bundesländer noch viel schwerer. Bekanntermaßen will der Salzbergbau in NRW nicht der Schlichtung beitreten. Im Lande Brandenburg ist die Einrichtung der dort sogenannten "Schiedsstelle" wieder einmal verschoben worden. Zudem wird immer klarer, dass der von den Betroffenen auszuwählende Beisitzer einer Liste entnommen werden muss, die das Land vorher bestimmt. In NRW werden die Beisitzer dagegen von Bürgerinitiativen ohne Zutun der Landesregierung bzw. der Unternehmer gestellt. Die Lausitzer Rundschau hat am 12. 3. darüber berichtet. mehr >>


[24.3.2019]

Im April 2014 kam es zu einem Austritt von Rohöl aus einer Kaverne in Epe im nördlichsten Zipfel Nordrhein-Westfalens. Bekanntlich hatte die BR Arnsberg als Bergbehörde versagt und  - wie manche sagen - den Austritt provoziert, in dem sie den Betrieb der Kaverne weiter zu ließ, obwohl der Druckabfall zwei  Monate vorher nicht aufgeklärt wurde. Schon damals war Rohöl an einer Bruchstelle der Zuleitungsröhre ausgetreten, nur noch nicht an der Oberfläche angekommen.

Jetzt hat MdL Wibke Brems (DIE GRÜNEN) in einer Kleinen Anfrage nach den langfristigen Schäden etc. gefragt. siehe >>


[14.3.2019]

Auf der Tagung an der TH Agricola hat auch Jens Riecken von geobasis.nrw referiert.

Auf tim-online.nrw.de sind - wie bekannt - inzwischen auch Höhenzeitfolgen für einzelne Punkte des Leitnivellements kostenlos erhältlich.

Interessant war aber auch sein Hinweis auf Untersuchungen, die in anderen Ländern zum Oberflächenmonitoring geschehen.

Auf der englischen Seite kann man auch Auswertungen für Deutschland abrufen. Hier ist z.B. erkenntlich, dass in Gebieten mit Grubenwasseranstieg (um ca. 400m) in den letzten beiden Jahren noch Senkungen von 1cm/Jahr aufgetreten sind.

Ebenso haben die Niederländer Karten veröffentlicht, die auch Teile Westdeutschlands mit abdecken.

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